Auch in der SRG gibt es Löhne unter 4000 Franken

Aktuell wird auch auf allen Radio- und TV-Kanälen der SRG über Mindestlöhne diskutiert, was dabei niemand erwartet ist aber auch in der SRG Realität. Es gibt Angestellte in den Studios und Büros, die weniger als 4000 Franken für ein Vollzeitpensum verdienen.

Unwürdige Löhne für harte Arbeit

Würden wir es wagen, unserer Putzhilfe nur 19 Franken pro Stunde zu bezahlen? Das ist der aktuelle Lohn, den das Putzunternehmen TOP NET ihren Angestellten bezahlt. Diese Firma reinigt alle Räume von RTS (Radio Lausanne, TV Genf) und hat diesen Lohn mit der SRG im Jahr 2012 ausgehandelt.

Es ist noch nicht lange her, als das Putzpersonal dem GAV der SRG unterstanden, damals wurden sie deutlich besser bezahlt.

Das Putzpersonal wird mit einem unwürdigen Lohn abgespeist

Die SRG spart auf Kosten der Putzangestellten und verlangen fast Unmögliches: In einem Rekordtempo sollen die Büros und Studios von RTS gereinigt werden und das natürlich perfekt und total sauber. Das sollte wenigstens den Mindestlohn von 22 pro Stunde wert sein, wie es die Mindestlohninitiative der Gewerkschaften – über die wir am 18. Mai abstimmen – verlangt.

Solidarität mit dem Putzpersonal

Die RTS-MitarbeiterInnen zeigten sich über die miesen Löhnen des Putzpersonals schockiert und zeigten ihre Solidarität mit dem Putzpersonal von TOP NET am 31. März. Sie stocken den Lohn von 19 Franken mit 3 Franken pro Stunde auf die 22 Franken auf. Das war eine symbolische Aktion, die aber aktive Solidarität ermöglicht. Der SSM-Vorstand der Romandie wird dieses Geld dem Personal von TOP NET übergeben.

Der GAV der Romandie für des Putzpersonal sieht einen Mindestlohn pro Stunde von Fr. 19.17 vor (inklusive 13. Monatslohn) auf der Basis einer 43 Stundenwoche, wobei die meisten Verträge nicht mehr als 18 Stunden pro Woche vorsehen.

In der Schweiz verdienen 335’000 Personen weniger als 4000 Franken pro Monat oder 22 Franken pro Stunden für eine Vollzeitstelle, die meisten von ihnen sind Frauen.

Das Reinigungsgewerbe zeigt, dass die «Sozialpartnerschaft» mit einem GAV nicht genügt für die Verankerung von anständigen Löhnen, die ein Leben ohne Aufstockung durch Sozialleistungen ermöglicht. Aus diesem Grund ist die Mindestlohninitiative in der Schweiz eine Notwendigkeit.

In den anderen SRG-Regionen wird das SSM ebenfalls abklären, ob in ausgelagerten Bereichen (Reinigung und Personalrestaurants) weitere Löhne unter dem Niveau von 4000 Franken bezahlt werden und darüber informieren.

 

 

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