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Archiv Flash

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Erzwungenes JA zur Gründung einer neuen SRG-Pensionskasse

Der Geschäftsführende Vorstand SSM hat der Gründung einer neuen SRG-Pensionskasse als Ersatz für die liquidierte Pensionskasse des Bundes mehrheitlich zugestimmt. Er hat damit das kleiner Übel gewählt: Die Alternative Publica ist noch schlechter als die Gründung einer neuen Kasse und deshalb keine wirkliche Option.

Die SRG, welche die Altersvorsorge ihrer Kader mit einer Superversicherung abdeckt, bietet ihren MitarbeiterInnen nur eine im Marktvergleich mittelmässige Kasse an. Sie widerlegt damit ihre Behauptung, ein fortschrittlicher Arbeitgeber zu sein. Sie hat sich bei der Gründung dieser Kasse knallhart an der Publica orientiert, einige kleinere Retouchen eingeführt - aber wirkliche Verbesserung abgelehnt. Auf Forderungen des SSM ist der Arbeitgeber nicht eingetreten.

Abgelehnt wurden unter anderem:
  • Beibehaltung einer für alle MitarbeiterInnen gleich hohen Einheitsprämie. Neu müssen ältere MitarbeiterInnen bis zu 1.5% mehr bezahlen - für die gleichen Rentenleistungen. MitarbeiterInnen, welche ab 1988 zur SRG kamen und älter als 42 Jahre alt sind, werden doppelt bestraft. In jungen Jahren haben sie mit 7.5% zuviel Prämien bezahlt, jetzt müssen sie wegen der Staffelung wiederum mehr bezahlen. Kompensationszahlungen für diese Personenkategorie lehnt die SRG ab. Ganz offensichtlich verspricht sich die SRG dank der Staffelung Einsparungen beim Prämienvolumen: Jüngere MitarbeiterInnen kosten eben weniger als ältere Angestellte.

  • Eine höhere Beteiligung an den Prämien lehnt die SRG ebenfalls ab. Andere Unternehmen sind da grosszügiger und bezahlen mehr Prämienprozente als die MitarbeiterInnen. Was für die Kader selbstverständlich ist, bleibt gewöhnlichen MitarbeiterInnen verwehrt. Die Zweiklassengesellschaft lässt grüssen.

So bleibt den Versicherten heute nur die Wahl zwischen einem mittelmässigen und einem noch mittelmässigeren Angebot. Bei dieser Ausgangslage hat sich das SSM schweren Herzens entschieden, der Gründung einer SRG-Pensionskasse zuzustimmen. Die SRG hat den Startvorteil, welcher ihr durch den Gesetzgeber mit der Gründung der Publica in die Hand gespielt wurde, bedenkenlos ausgenützt. Das ist kein Ruhmesblatt für die Führung und ihre Kader und schon gar kein Grund, sich als sozial fortschrittlich zu verkaufen. Wir fordern alle MitarbeiterInnen auf, sich aktiv an den nun anlaufenden Informationsveranstaltungen der SRG zu beteiligen und mit kritischen Fragen die Rolle des Arbeitgebers zu hinterfragen.

März 2002

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