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SSM verurteil die Absetzung von Lipstick und time out

Im Zentrum der sehr gut besuchten Generalversammlung der SSM-Gruppe Fernsehen Zürich vom 10. Mai stand der Entscheid der Direktion, die Sendungen «Lipstick» und «time out» zu kippen. Mitarbeiter/-innen der beiden Magazine informierten über die Hintergründe, die Abläufe und die Situation der betroffenen Personen.

Die Versammlung war über den Entscheid empört, vor allem über das Wie der Absetzung. Das Vorgehen gegenüber der Lipstick-Redaktion, die erst unlängst eine neue Leiterin erhalten hat, wird als absolut inakzeptabel erachtet. Es zeugt von miserablem Stil und einem dilettantischem Kommunikationsvermögen der Leitung. Nicht zuletzt ist es ein negatives Signal an die Adresse der Frauen, die in Kaderpositionen noch immer sehr spärlich vertreten sind: Jede Frau wird sich in Zukunft genau überlegen, ob sie sich so verheizen lassen will. Die Streichungen sind für einen Sender, der dem Service public verpflichtet ist, nicht opportun: Der Entscheid, das Frauenmagazin zu kippen, passt schlecht zum Anspruch der SRG SSR (und damit auch von SF DRS), Bewusstsein für Gleichstellungsfragen zu fördern und selber Vorbild zu sein.

Mit «time out» geht eine Sendung verloren, welche garantierte, dass der gewichtige Bereich des Sports nicht nur aus der Optik der Aktualität betrachtet wird. Es ist zu befürchten, dass das Fachwissen und die spezifischen Zugangsweisen, die in den beiden Redaktionen erarbeitet wurden, verloren gehen. Dass die Themen und Ansätze, die von den beiden Sendungen verfolgt wurden, künftig in anderen Sendegefässen unterkommen sollen, betrachten die GV-Teilnehmenden als eher unwahrscheinlich. Bisher gibt es nichts als leere Versprechungen.

Das SSM wurde von der GV beauftragt, unverzüglich mit der Direktion Gespräche aufzunehmen, um allen betroffenen Mitarbeiter/-innen eine gleichwertige berufliche Perspektive bei SF DRS zu garantieren. Zudem soll das Management erklären, wie die unwürdigen Kommunikationsfehler rund um «Lipstick» und «time out» passieren konnten. Das SSM hat die entsprechenden Schritte eingeleitet und wird diese Verhandlungen in enger Zusammenarbeit mit den beiden Redaktionen führen.

10.5.2001 SSM Gruppe SF DRS

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