GAV 2013: einfach aber fair

Es ist eine Tatsache, dass sich der GAV von einem ehemals sehr guten zu einem durchschnittlichen Ver­trag entwickelt hat. Bereits die Eidgenössische Finanz­kontrolle kam 2006 zum Schluss, dass der SRG­GAV mittelmässigen sei, wobei er in einigen Bestimmun­ gen über, in anderen aber unter dem Durchschnitt lie­ge (EFK, Seite 135).

Seither haben sich die Arbeitsbedingungen konti­nuierlich verschlechtert. Die SRG selber schreibt 2010 im Zusammenhang mit dem Finanzbedarf der Pensionskasse ans BAKOM, dass sie soeben einen neuen GAV mit schlechteren Arbeits­zeit­ und Zulagenbedingungen eingeführt habe. Zu­ dem ist die SRG­ Pensionskasse kein Vorzeigemodell. Im Bereich der Arbeitgeberbeiträge liegt sie unter dem Benchmark, das Engagement der SRG bei den Prämien ist als knapp mittelmässig zu bezeichnen.

Die SRG ist immer noch ein guter Arbeitgeber, aber bereits seit einiger Zeit dort angekommen, wo sich die Medienbranche befindet – im Durchschnitt. Im Licht dieser Tatsache wären deshalb weitere Verschlech­terungen des GAV unfair.

Ein einfaches und faires Lohnsystem mit anständiger Lohnentwicklung


Heute haben wir ein Lohnsystem, welches weder sicherstellt, dass nach 10 Jahren der 100 % Richtlohn erreicht ist, noch Minimallöhne garantiert. Das ist un­fair. Das SSM fordert deshalb:

  • Im GAV müssen die minimalen Einstiegslöhne ga­rantiert werden, sie dürfen während der GAV-­Lauf­zeit nicht zu Ungunsten der Mitarbeitenden ver­schlechtert werden.
  • Der 100% Richtlohn ist in maximal 10 Jahren zu erreichen. Alles andere öffnet der Willkür bei der Lohnentwicklung Tür und Tor.
  • Die Modalitäten beim Wechsel der Schlüsselfunk­ tion sind zu klären. Es ist unfair, wenn ein Mitarbeiter nach dem Wechsel wieder 10 Jahre warten muss, bis er auf dem 100% Lohn der neuen Schlüssel­ funktion angekommen ist. 


Ruhetage, Nachtarbeit: genug der Missachtung des Gesetzes


Es ist eine Tatsache, dass die teilweise komplizierten Arbeitszeitbestimmungen nicht auf dem Mist des SSM gewachsen sind. Sie sind eine direkte Folge des Um­stands, dass die SRG das Arbeitsgesetz und seine 
Verordnungen anwenden muss – flexibilisiert durch ein von ihr durchgesetztes Jahresarbeitszeitmodell.

Obwohl das Arbeitsgesetz der SRG 11 Ausnahmen vom Gesundheitsschutz zugesteht, zeigen unsere Er­fahrungen, dass die SRG trotzdem das Gesetz nicht immer einhält. Das SSM will eine korrekte Anwendung und Beachtung des Arbeitsgesetzes und des GAV und fordert deshalb:

  • Die SRG muss korrekte Dienstpläne mit den tat­ sächlich zu leistenden Arbeitszeiten erstellen – und nicht fiktive, standardisierte Pläne, welche der Missachtung der Ruhezeiten Vorschub leisten.
  • Zahlung einer Konventionalstrafe in den Kreativi­tätsfonds, wenn trotz Abmahnung das Gesetz oder der GAV verletzt werden.
  • Limitierung der Aufhebung von Ruhetagen, der Dienstplanänderungen und der Überzeitarbeit.
  • Garantien im Bereich der Verträge zur Kontrolle, dass der GAV und die gesetzlichen Bestimmungen auch eingehalten werden.
  • Einführung der Bestimmungen zur Schichtarbeit dort, wo Schicht vorliegt.

Garantien für eine faire Kapazitätenplanung: Wer seinen Mitarbeitenden ermöglicht Zeitguthaben an­zusparen, muss auch garantieren, dass Stellvertre­tungen bezahlt werden, wenn die Zeitguthaben ein­ gefordert werden. Das gleiche muss gelten bei län­geren Abwesenheiten wie Krankheit oder Unfall.

Mit der Jahresarbeitszeit und dank den 11 gesetzlich erlaubten Abweichungen von Gesundheitsschutz­ bestimmungen verfügt die SRG über eine riesige Fle­xibilität bei der Planung der Mitarbeitenden. Das Pen­dant zur Flexibilität sind die Entschädigungen für un­regelmässige Arbeitszeit. Wer regelmässig Früh-­ und Nachtdienst leistet, an Samstagen und Sonntagen ar­beitet und zahlreiche Überstunden zu leisten hat, soll auch anständig entschädigt werden. Wir fordern des­ halb:

  • Faire, den konvergenten Produktionsbedingungen angepasste Entschädigungen für unregelmässige Arbeitszeit.
  • Keine Pauschalierung der Entschädigungen der Kategorie A – ausser im Rahmen der mit dem SSM vereinbarten Regelung für Grossoperationen.
  • Indexierung aller Entschädigungen und Zulagen.

 

 

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