Klares Nein zur „No Billag-Initiative“, klares Bekenntnis zum öffentlichen Rundfunk

Das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM ist erleichtert und erfreut über das Verdikt an der Urne. Nach monatelangen sehr kontroversen und für die betroffenen Mitarbeitenden nicht immer einfachen Diskussionen, hat der Schweizer Souverän umsichtig entschieden. Er bekennt sich klar zu einem gebührenfinanzierten Rundfunk, der einen Service public garantiert und nicht nur auf kommerzielle Erträge abstützen muss. Die Stimmberechtigten wollen am Prinzip dieser  und solidarischen Dienstleistung festhalten.  

Für die Gewerkschaft SSM, welche die „No Billag-Initiative“ mit aller Kraft bekämpft hat, ist der Erhalt der rund 13‘000 Arbeitsplätze durch dieses Nein ein grosser Erfolg. In der hitzigen Debatte war selten die Rede von den zigtausend betroffenen Arbeitsstellen in der gesamten audiovisuellen Branche, im Musik- und Kulturbereich und den indirekt betroffenen Zuliefererbetrieben.
Deshalb gebührt der heutige Dank all den Mitarbeitenden der gebührenfinanzierten Radio- und Fernsehstationen. Sie haben trotz der schwierigen Situation tagtäglich einen guten Job gemacht, um der Schweizer Bevölkerung qualitativ hochwertige, professionelle Sendungen zu bieten.

Das klare Nein zur „No Billag-Initiative“ verpflichtet insbesondere die SRG, mit fairen Arbeitsbedingungen dafür zu sorgen, dass die Mitarbeitenden den Service public weiterhin in hoher Qualität in allen Landesteilen erbringen können. Die SRG hat mit dem heutigen Abstimmungsresultat erst recht den Auftrag erhalten, für einen qualitativ hochstehenden Journalismus zu sorgen und auch ein zentraler Ausbildungsbetrieb zu bleiben.
Im Fokus der SRG-Bestrebungen muss sein, dass ihre Programme auch künftig von einem breiten Publikum konsumiert und die jungen Generationen zurückgewonnen werden.

Die von der SRG angekündigten Reformen dürfen deshalb kein Abbauprogramm sein, sondern sie müssen ihren Teil dazu beitragen, die Schweizer Medienlandschaft insgesamt robuster und krisenresistenter machen.
Das SSM wird das Personal der SRG in der Wahrnehmung seiner Rechte unterstützen. Wir verlangen darum schon heute, dass die Ideen und Vorschläge der Mitarbeitenden zur Reform aufgegriffen werden.  

Das klare Nein ist ein richtungsweisender Schritt in der aktuellen medienpolitischen Debatte. Der Medienplatz Schweiz steht stark unter Druck. Es besteht grosser Handlungsbedarf, um auch in Zukunft die Medienvielfalt und die Medienfreiheit zu gewährleisten. Das Parlament und der Bundesrat bleiben gefordert.

Für weitere Informationen:
Ruedi Bruderer, Präsident SSM (deutsch, italienisch & rätoromanisch)
ruedi.bruderer[a]bluewin.ch, +41 79 254 47 26
Jérôme Hayoz, Zentralsekretär SSM (deutsch & französisch)
jerome.hayoz[a]ssm-site.ch, +41 79 344 25 89

 

 

 Einen Kommentar verfassen

Ihr Kommentar

Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.