Lohngleichheit in der SRG

Gutes Resultat, aber Verbesserungen notwendig

Im Rahmen des – vom Bund initiierten Lohngleichheitsdialoges – wurde vom SSM und der SRG vereinbart, in einer detaillierten Analyse die Löhne von Frauen und Männern zu analysieren. Das globale SRG-Resultat zeigt : Frauen verdienen bei gleichwertigen Voraussetzungen bei den Qualifikationen und vergleichbaren Arbeitsplätzen 3,2 Prozent weniger als Männer.

Unterhalb der Toleranzschwelle aber trotzdem Massnahmen notwendig

Es existiert also eine unerklärte geschlechtsspezifische Lohnungleichheit zu Ungunsten von Frauen, sie liegt unterhalb der Toleranzschwelle des Bundes von 5 Prozent. Diese Toleranzschwelle hat keine mathematische Begründung, sondern ist ein Kompromiss um die Arbeitgeber ins Boot des Lohngleichheitsdialoges zu holen. Aus diesem Grund erwartet das SSM, dass die SRG als Service-public-Unternehmen auch Lohnungleichheiten unterhalb der Toleranzschwelle aktiv mit gezielten Massnahmen zum Verschwinden bringt.

Die Lohnanalyse ausgeweitet

In den Verhandlungen zwischen SRG und SSM konnte erreicht werden, dass die SRG ihre Lohnuntersuchung ausweitet. Die Analyse wurde nicht nur global über das gesamte Unternehmen, sondern spezifisch in den einzelnen Unternehmenseinheiten (UE) durchgeführt. Überprüft wurde auch, ob Frauen mit gleichwertigen Qualifikationen wie sie die Männer haben, die gleichen Funktionen erreichen und dieselben Aufstiegschancen haben.

Interessante Resultate

Die Ergebnisse zwischen den verschiedenen UE sind im Lohnbereich unterschiedlich. Die weitere Analyse zeigt, dass Frauen mit gleicher Qualifikation und Ausbildung in den besser bezahlten, anforderungsreicheren Stellen generell untervertreten sind, das gilt für alle Regionen. Der Anteil der Frauen in allen Kaderstufen ist ungenügend.

Massnahmen gegen die Ungleichheiten in UE

Die Resultate der Lohnanalyse sind in der Deutschen Schweiz schlechter als bei RSI und RTS. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass vor allem die GD (mit 6,4 Prozent auch über der Toleranzschwelle) und SF (über 4,4%) mit mehr Kaderstellen und einer hohen Fluktuationsrate dazu beitragen. Untersuchungen zeigen dass der Personalwechsel die Lohngleichheit wahrscheinlich stärker beeinflusst als die jährliche Lohnrunde, deshalb müssen die besonders betroffenen UE (GD und SF) mit einer genauen Analyse und gezielten Massnahmen die Lohngleichheit bei der Einstellung von Frauen durchsetzen.

Wie weiter?

Das SSM erwartet, dass der Lohngleichheitsdialog nicht abgeschlossen ist, sondern konkrete Massnahmen zügig umgesetzt werden, damit in allen UE unerklärliche Lohndifferenzen zwischen Frauen und Männern verschwinden. Das SSM ist bereit, dabei als Sozialpartnerin bei der Lösungssuche mitzuwirken, um das im GAV-Artikel 38 und in der Präambel vereinbarte Ziel, die wirklichen Gleichstellung von Mann und Frau auf allen Ebenen in der SRG zu verwirklichen, tatsächlich umzusetzen.

Was bedeutet dieses Resultat für die Gewerkschaft SSM und die SRG? Die Unternehmenskommunikation hat nachgefragt bei Claudine Traber, Gleichstellungsbeauftragte SSM, und Marco Derighetti, Direktor Operationen SRG: Interview (pdf)

 

 

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