Lohngleichheit: zwei Schritte vorwärts, einer zurück!

Medienmitteilung des SGB vom 7.03.2017

Die heute pünktlich zum Internationalen Tag der Frau vom Bundesamt für Statistik (BfS) veröffentlichten Daten zur Lohnungleichheit zeigen: Der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Frau und Mann im privaten Sektor hat von 23.6 (2012) auf 19.5% (2014) abgenommen. Das ist positiv und belegt, dass Frauen in Bildung und Karriere aufholen. Dafür setzen sich Gewerkschaften und Frauenbewegungen seit Jahren ein. Gleichzeitig hat der unerklärte Anteil am Lohnunterschied nur wenig abgenommen, von 40.9 auf 39.1%.

Ernüchternd ist die gegenläufige Entwicklung im öffentlichen Bereich: Der durchschnittliche Lohnunterschied stagniert (16.6% im 2014, 16.5% 2012), der unerklärte Anteil ist sogar markant von 38.8 auf 41.7% gestiegen.

Der langsame Abbau der Lohnunterschiede und vor allem der nach wie vor hohe unerklärte Anteil (z.B. 65.2% im Gastgewerbe oder 52.2% bei den Beschäftigten unter 30 Jahren!) sind inakzeptabel. Die Arbeitgeber im öffentlichen Sektor müssen endlich vorwärts machen und die Charta zur Lohngleichheit, die sie letzten September unterzeichnet haben, ohne Wenn und Aber umsetzen. Und vor allem müssen Bundesrat und Parlament das Gleichstellungsgesetz so verschärfen, dass es wirksam gegen Lohndiskriminierungen vorgeht. Konkret fordert der SGB regelmässige unternehmensinterne Lohnüberprüfungen, dabei den Einbezug der Gewerkschaften, eine Behörde, die Stichkontrollen durchführt, um schwarze Schafe zu finden, und Sanktionen, um die schwarzen Schafe auch zur Verantwortung zu ziehen.

Die Lohndiskriminierung ist die Spitze eines Eisbergs, der weitere Diskriminierungen im Alltag umfasst. Deshalb haben sich die SGB-Frauen dem Bündnis „We cant‘ keep quiet“, das Teil der internationalen Bewegung gegen Sexismen à la Trump ist, angeschlossen. Sie nehmen am 8. März, dem internationalen Tag der Frau, an den schweizweiten Protestaktionen teil. Die SGB-Frauen machen sich dabei für folgende Forderungen stark:

• Soziale und ökonomische Sicherheit für alle Frauen!
• Anständige und faire Löhne!
• Care-Arbeit viel stärker gewichten!

 

 

 Einen Kommentar verfassen

Ihr Kommentar

Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.