Medienmitteilung des SSM: Die SRG und ihre Reformpläne.

40 Vollzeitstellen gestrichen, eine Wiederintegration und eine Auslagerung. Das SSM fordert einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) SRG für alle.

Vor 20 Jahren wurde das technische Produktionszentrum tpc aus der Unternehmenseinheit SRF ausgelagert, nun soll es wieder in die Unternehmenseinheit SRF integriert werden. Gleichzeitig soll durch eine Teilauslagerung der Generaldirektion SRG (GD) ein neues «digitales Kompetenzzentrum» bei Swiss TXT entstehen. Dabei sollen 40 Vollzeitstellen gestrichen werden. Die Gewerkschaft SSM (Schweizer Syndikat Medienschaffende) kritisiert die Hüst- und Hott-Politik der SRG-Spitze, welche auf dem Rücken des Personals ausgetragen wird.

Das aktuelle Reform- und Sparprogramm der SRG besteht vor allem aus Verschieben, Zusammenstreichen, Auslagern, Reintegrationen, Umstrukturierungen und weiteren undurchschaubaren Managementschachzügen ohne dass nur im Ansatz Details zur Umsetzung und deren Auswirkungen in der Praxis bekannt sind. Das SSM stellt dabei mit Erschrecken fest, dass das Personal wiederum einen sehr hohen Preis für die Planspiele der SRG-Spitze bezahlt.

Unter dem Deckmäntelchen des Erfolgs über die No Billag-Abstimmung vom 4. März 2018 scheint die neue SRG-Führung zu meinen, sich alles leisten zu dürfen. Über die Sinnhaftigkeit der Wiederintegration der tpc AG kann man geteilter Meinung sein. Wenigstens scheinen bei der Wiedereingliederung der tpc AG in die Unternehmenseinheit SRF, die Arbeitsbedingungen des betroffenen Personals nicht in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Auch bei der Bildung des «neuen digitalen Kompetenzzentrums» Swiss TXT sollen sich die Arbeitsbedingungen nicht verschlechtern. Die SRG hat dabei versprochen, die neu integrierten Mitarbeitenden von Swiss TXT AG Biel dem GAV SRG zu unterstellen. Das SSM wird die SRG beim Wort nehmen und die Ausweitung des GAV-Geltungsbereichs durchsetzen.

Es ist für das SSM skandalös, dass wiederum das Personal den Preis für die Umstrukturierung und Wiedereingliederung bezahlen muss. Die SRG hat angekündigt 40 Vollzeitstellen zu streichen – dies notabene bei ständig zunehmender Arbeitsbelastung. Das SSM verlangt, dass das gross angekündigte Konsultationsverfahren nicht wieder zur Farce verkommt. Denn das SSM wird in den Konsultationsverfahren das Personal unterstützen, um die angekündigten Entlassungen auf ein Minimum zu reduzieren. Dazu braucht es aber den Willen und die Offenheit der SRG, das Konsultationsverfahren in vollster Transparenz und Kooperation mit dem Personal durchzuführen.

Es ist an der Zeit, dass sich die SRG ihrer Werte besinnt und sich die Frage stellt, was und vor allem wer eine Service-Public-Unternehmung ausmacht, welche zudem zu fast 100 Prozent von öffentlichen Geldern finanziert ist. Denn wenn jemand die No-Billag-Abstimmung vor einem Jahr gewonnen hat, dann sicherlich nicht die kopflose SRG-Führung, sondern die Gesamtheit der SRG-Mitarbeitenden.

 

 

 

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