«No-Billag» ist eine Jobvernichtungs-Initiative

No-Billag ist derzeit in aller Munde, und dennoch ist eine der krassesten Auswirkungen dieser Initiative zurzeit kein Bestandteil der Debatte. Nämlich die ökonomischen Auswirkungen und die Schicksale von Tausenden von Menschen, welche durch eine Annahme der Initiative ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Ein Grossteil der Betroffenen ist beim Syndikat der Medienschaffenden Schweiz (SSM) organisiert.

Darum rufen wir hier und heute Abend an der Kundgebung gegen das Lichterlöschen auf dem Bundesplatz zu einem überzeugten Nein zu NO BILLAG auf.

13’500 Arbeitsplätze gefährdet
Eine Annahme der No-Billag-Initiative zerstört direkt über 6500 Arbeitsplätze und weitere 7000 Arbeitsplätze sind indirekt betroffen. So sprechen wir von insgesamt 13’500 bedrohten Arbeitsplätze.

Das sind harte Fakten und egal ob mit Plan B, C, D oder anderen Hirngespinsten, die No-Billag-Initiative spielt auch in dieser Frage mit dem Feuer. Daher ist das SSM erstaunt darüber, mit welcher Verve zum Beispiel damals bei der Initiative «für eine öffentliche Krankenkasse» über den Verlust von 3000 Arbeitsplätzen diskutiert wurde, aber in der aktuellen Diskussion um No-Billag, die massiven Arbeitsplatzverluste höchstens in einem Nebensatz Erwähnung finden.

Die SRG besteht nicht nur aus der Direktion und dem Verwaltungsrat
Die heutige und zukünftige Grösse der SRG wird heiss und kontrovers diskutiert. Von Arroganz, Koloss und weiteren Zuschreibungen ist die Rede. Die SRG des SSM ist nicht diese SRG. Sondern vielmehr jene SRG, welche von den Tausenden «normalen» SRG-Mitarbeitenden getragen wird und welche tagtäglich mit viel Energie und Überzeugung qualitativ hochwertige journalistische Arbeit in allen vier Sprachregionen der Schweiz leisten.

Die SRG setzt sich aus den 6‘000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen, welche den «Espresso» am Morgen oder die «Landfrouechuchi» am Abend präsentieren, dazwischen mit Rendez-vous, Quotidiano, Telesguard oder Couleurs locales den Schweizer Alltag widerspiegeln. Alles was in die Schweizer Stuben kommt und Zuschauerinnen und Zuschauer sowie Zuhörerinnen und Zuhörer mehr oder weniger glücklich macht, ist das Produkt von Menschen wie Sie und ich, welche weder exorbitant hohe Löhne beziehen, noch in den Genuss der vermeintlich vergoldeten Arbeitsbedingungen kommen.

Die SRG-Mitarbeitenden haben gute und den jeweiligen Aufgaben entsprechende Arbeitsbedingungen. Dies ist keine Schande, sondern wohl eher eine Chance für die gesamte Medienbranche. Dank einer – manchmal besser, manchmal weniger gut – funktionierender Sozialpartnerschaft zwischen dem SSM und der SRG gibt es einen Gesamtarbeitsvertrag. Denn nur gute Gesamtarbeitsverträge sorgen dafür, dass mit Unterstützung der Gewerkschaften schlechte Arbeitsbedingungen verbessert werden können. Es ist keine Frage: in diesem Bereich hat der Service public eine Vorbildfunktion.
Das SSM vertritt in erster Linie Medienschaffende der elektronischen Medien. Doch der angestrebte neue GAV für die Printmedien, wäre für die ganze Medienbranche von grösster Wichtigkeit.

NO-Billag vernichtet auch private Fernseh- und Radiostationen
Bei einer Annahme der Initiative sind auch konzessionierte private Radio- und Fernsehstationen von einem Kahlschlag betroffen. Insgesamt 34 private Radio- und Fernsehstationen mit ihren Arbeitsplätzen, sowie die damit verbundene bevölkerungsnahe und regionale Berichterstattung werden vernichtet. In den meisten Regionen der Schweiz wird es mit der Annahme der No-Billag-Initiative keine ausgewogene und qualitative hochwertige Informationsberichterstattung mehr geben. Der grösste Teil der lokalen Privatsender steht bei einer Zustimmung zur Initiative vor dem Aus.

Daher gehört die No-Billag-Initiative nicht nur abgelehnt, sondern wuchtig abgelehnt. Die Stimmberechtigten müssen ein klares Zeichen gegen diese Arbeitsplatzzerstörung, für mehr Demokratie und für einen qualitativ hochwertigen Journalismus setzen.

Das SSM setzt sich seit geraumer Zeit mit grösster Vehemenz gegen No-Billag ein und ruft alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auf ein überzeugtes NEIN in die Urne zu legen.

Zürich, 30. Januar 2018

 

 

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