Sparmassnahmen & Stellenabbau der SRG: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM nimmt die vom Verwaltungsrat der SRG präsentierten Eckpunkte zu dem Sparprogramm zur Kenntnis. Dass Sparmassnahmen im Umfang von 100 Millionen Franken nicht spurlos am Personal vorbeigehen, hat das SSM erwartet. Der angekündigte Abbau von 250 Vollzeitstellen ist trotzdem hoch und trifft den Arbeitsmarkt insbesondere im arg gebeutelten Medienbereich empfindlich.

Auf der Angebotsseite will die SRG nur geringfügig sparen. Daher bedeutet dieser Stellenabbau für die Mitarbeitenden, dass sie in der gleichen Zeit noch mehr produzieren müssen und die Belastung am Arbeitsplatz erneut zunimmt. Dieser Erhöhung des Leistungsdruckes steht das SSM sehr kritisch gegenüber. Bereits in den letzten Jahren wurde die Produktivität beim Personal massiv erhöht und es gibt zahlreiche Bereiche, in denen die Arbeit mit immer weniger Personal nicht in gewohnter Qualität geleistet werden kann.

Die SRG liess verlauten, dass der Stellenabbau zwar grösstenteils über natürliche Abgänge geschehen soll, Entlassungen aber nicht ausgeschlossen seien. Das SSM verlangt im Interesse seiner Mitglieder, von Kündigungen abzusehen. Sollte bezüglich Entlassungen dahingehend taktiert werden, das Obligationenrecht (OR, Art. 335f, Massenentlassungen) und damit auch den Einbezug der öffentlichen Instanzen zu umgehen, wird das SSM sofort und entschlossen reagieren.
Das SSM setzt in jedem Fall auf die Konsultation des Personals. Wir sind überzeugt, dass die Mitarbeitenden am besten wissen wo, bei gleichzeitigem Erhalt von Arbeitsplätzen, gespart werden kann. Das SSM wird daher zusammen mit den Angestellten Alternativen zum Stellenabbau ausarbeiten und diese der SRG-Führung unterbreiten.

Wir rufen die SRG-Führung schon heute auf, die Alternativvorschläge des Personals seriös zu prüfen. Und machen darauf aufmerksam, dass wir sie beim Wort nehmen und erwarten, dass Reformen jeder Art sozialverträglich durchgeführt werden.

 

 

 Einen Kommentar verfassen

Ihr Kommentar

Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

FacebookTwitter
Menü

Weitere Sprachen

Rumantsch

English 

Publikationen

Edito
 Medienmagazin

Suche