SSM News: GAV, Frauenstreik, Reformpläne SRG, Umfrage idée femme

Verhandlungen GAV SRG 21+: Der moderne GAV SRG

Der nationale Vorstand des SSM hat das weitere Vorgehen für die nächsten Verhandlungen zum GAV SRG 21+ verabschiedet und dem Zentralsekretariat den Auftrag erteilt, mit den Vorbereitungen und der Entscheidungsfindung vorwärts zu machen.
An einer Retraite sollen dabei insbesondere die Kommunikation mit den Mitgliedern und dem Personal SRG sowie die Entscheidungsfindung innerhalb des SSM diskutiert werden.
Eine grosse Herausforderung wird sein, die verschiedenen regionalen Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Das SSM muss aus dieser Vielfalt eine Stärke kreieren.
Die SRG hat ihre Kampagne für einen modernen GAV schon vor geraumer Zeit gestartet. Die vergangene Woche lancierte nationale Umfrage «Arbeitsmodelle, Laufbahn und Karriere bei der SRG» ist ein weiteres Puzzleteil in der SRG-Strategie, um einen flexiblen GAV zu rechtfertigen (siehe Kommentar). Auch wir wollen einen modernen und flexiblen GAV, aber flexibel darf nicht einseitig zu Lasten der Arbeitnehmenden gehen. Das SSM will zusammen mit seinen Mitgliedern an einem modernen GAV arbeiten und wird kontinuierlich über den Stand der Dinge kommunizieren.

Reformpläne der SRG: Die Konsultation des Personals ist beendet, trotzdem hält die Direktion von RTS an Kündigungen fest

Nachdem die Direktion RTS, entgegen der restlichen SRG, den Mut hatte, sein Personal zu konsultieren, das Personal in unzähligen Stunden aufgezeigt hat, dass Kündigungen verhindert werden können beziehungsweise keine Kündigungen ausgesprochen werden müssen, hält die Direktion RTS nach wie vor an ihren Kündigungen fest.
Der nationale Vorstand des SSM stellte fest, dass ein eigentlich erfolgsversprechendes und vorbildliches Vorgehen in einer grundsätzlichen Divergenz zwischen der RTS Direktion und dem Personal endete.

So sollen nun 3 Westschweizer Kolleginnen/Kollegen gekündigt, 6 frühzeitig pensioniert werden und zwei Kolleginnen/Kollegen wird das Arbeitspensum gekürzt. Auch wenn mit 3 Kündigungen das Ziel 0 Kündigungen fast erreicht wurde, bleibt die Unzufriedenheit innerhalb der Personaldelegation gross, da diese überzeugt ist, dass keine Kündigungen nötig sind.

Alle weiteren vom SSM vorgebrachten Vorschläge wurden von der Direktion RTS ohne vertiefte Prüfung zurückgewiesen. Es ist für das SSM unverständlich, dass in einer Unternehmung, in welcher unzählige Arbeitnehmende kurz vor ihrer Pensionierung stehen, nicht versucht wird, über freiwillige Frühpensionierungen ihr Ziel zu erreichen.

Der Frauenstreik vom 14. Juni 2019

Zur Planung des Frauenstreiks in den UEs, um den Puls unter den Mitarbeitenden zu fühlen und die Art der Beteiligung und den Unterstützungsbedarf zu erfahren, organisiert das Gleichstellungssekretariat gemeinsam mit den Regionalsekretärinnen an diversen Standorten runde Tische. Die nationale Gleichstellungsbeauftragte trägt die Ergebnisse zusammen, unterstützt die Planung der Aktionen und erleichtert den Informationsfluss zwischen den Regionen. Das Gleichstellungssekretariat wird die Mitglieder Ende April und Mitte Mai mit einem Newsletter detaillierter über den Frauen*streik und die rechtliche und organisatorische Unterstützung des SSM informieren.
In den verschieden Sprachregionen arbeiten Mitglieder und Frauen anderer Medienhäuser zurzeit an einer nationalen Charta zu Gleichstellungsforderungen innerhalb der Medienbranche.
Weitere Informationen:
http://www.ssm-site.ch/lohn-zeit-respekt-frauenstreik-14-juni-2019/ 
oder
www.frauenstreik2019.ch

Nationale Umfrage der «SRG idée femme» über «Arbeitsmodelle, Laufbahn und Karriere bei der SRG»

Ein Kommentar des SSM

In der vergangenen Woche hat die SRG idée femme eine nationale Umfrage über «Arbeitsmodelle, Laufbahn und Karriere bei der SRG» lanciert.
Im Grunde genommen ist das Vorgehen der SRG positiv zu würdigen. Wenn wir als Gewerkschaft eine Arbeitgeberin tadeln würden, weil diese ihr Personal zu seinen Bedürfnissen befragt, wäre dies nicht glaubwürdig.
Es befremdet jedoch, dass das SSM als Sozialpartner nicht in die Planung der Umfrage und in die Diskussion um Arbeitszeitmodelle mit einbezogen wurde. Obwohl das SSM seit längerer Zeit in diesen Themenbereichen tätig ist und sich damit ein profundes und breites Wissen erarbeitet hat. Hinzu kommt, dass das SSM feststellen musste, dass die Fragen tendenziös gestellt werden. Das SSM kommentiert die Umfrage von «SRG idée femme» wie folgt.

  • Die Umfrage besetzt Begriffe wie beispielsweise «flexible Arbeitzeiten», oder «flexible Arbeitsorte» suggestiv-positiv. Flexible Arbeitsmodelle werden in der Umfrage nicht weiter definiert. Daher provoziert die Umfrage Antworten, welche in die gewünschte Richtung der SRG führen.
  • Die Umfrage thematisiert die Planbarkeit von Arbeitszeit und Arbeitsvolumen sowie die Bedürfnisse im Bereich der Kinderbetreuung oder von anderen erleichternden Angeboten nicht und ist daher für eine wirkliche Bedürfnisabklärung in diesem Bereich unvollständig.
  • Die Fragen beziehen sich fast ausschliesslich auf die berufliche Laufbahn und Karriere und bevorzugen daher die Perspektive des Arbeitgebers. Die Perspektive der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers über die Vereinbarkeit von Familie und beruflicher Laufbahn wird aussenvor gelassen.

Fazit: diese Umfrage verfolgt das Ziel, die Forderungen der SRG nach «flexiblen Arbeitsmodellen» im neuen GAV SRG 21+ zu rechtfertigen. Ob dies eine Ausgabe von rund einigen Tausend Franken rechtfertigt, lassen wir so im Raum stehen …

 

 

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