Tagung: Gleichstellung in den Medien

An der Tagung vom 27. Mai in Bern von SSM, syndicom und impressum zum Thema «Medien und Geschlecht: Wer macht die News – wer wird gezeigt» haben rund 100 Medienschaffende und an der Gleichstellung von Mann und Frau Interessierte teilgenommen.

Die drei organisierenden Verbände und Gewerkschaften haben dabei das folgende Positionspapier mit Massnahmen zur Verbesserung der Gleichstellung in den Medien veröffentlicht:

Positionspapier von impressum, SSM und syndicom zur Gleichstellung in den Medien

Die Studie «Wer macht die Nachrichten in der Schweiz?» wurde von der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG) in Auftrag gegeben und ist Teil des Global Media Monitoring Project (GMMP) 2010. Gemäss dieser Studie nehmen Schweizer Medien und Medienschaffende eine konservative Haltung in Sachen Gleichstellung ein. Sie verbreiten ein stereotypes Rollenbild von Mann und Frau. So werden Frauen häufig beigezogen, um die Meinung des einfachen Volkes auszudrücken, wogegen Männer in den Medien häufig Autoritätspersonen verkörpern oder die Expertenrolle übernehmen. Dabei vermitteln Medienschaffende, unabhängig von ihrem Geschlecht, ein stereotypes Geschlechterbild.

Frauen stark untervertreten

Frauen sind sowohl als zeichnende Journalistinnen als auch als erwähnte Personen stark untervertreten: nur 34% der die Nachrichtenmeldungen zeichnenden Personen sind Journalistinnen und nur 22% der in den Nachrichten vorkommenden Personen sind Frauen. Diese gesamtschweizerischen Zahlen sind in der Deutschschweiz noch stärker akzentuiert: Nur 23% der Beiträge sind von Journalistinnen gemacht und nur 19% der erwähnten Personen sind Frauen. Zudem sind die Frauen in bestimmten Ressorts untervertreten, so etwa in Wirtschaft, Innenpolitik, Ausland und Sport, während sie in Ressorts wie Gesellschaft, Konsum, Leben und Lifestyle übervertreten sind.
 
Der Berufsverband impressum, das Schweizer Syndikat Medienschaffender und die Gewerkschaft syndicom fordern folgende Massnahmen:

  • Medienunternehmen und Medienschaffende haben eine zentrale Rolle bei der Aufklärung über die Förderung oder Behinderung der tatsächlichen Gleichstellung von Mann und Frau. Die Resultate der GMMP-Studie 2010 und des Zusatzberichts der Gleichstellungs–beauftragten sowie deren Empfehlungen sollen sowohl redaktionsintern wie auch redaktionsextern durch die Medien, die Medienschaffenden und deren Organisationen verbreitet werden.
  • Medienschaffenden und Kadermitarbeitenden sind regelmässig Aus- und Weiterbildungsmodule und geeignete Merkblätter zur Verfügung zu stellen, die sie befähigen, unreflektierte Reproduktionen von Geschlechterstereotypen in der Berichterstattung zu erkennen und zu vermeiden. Auch die journalistischen Aus- und Weiterbildungsinstitutionen spielen dabei eine zentrale Rolle.
  • Die Medienunternehmen werden aufgefordert, die Untervertretung der Frauen in den Medien durch konkrete Massnahmen zu verbessern, den Frauenanteil im Redaktionskader und in den Ressorts sowie in den Verwaltungs-, Programm-, Aufsichts- und Kontrollorganen zu erhöhen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen zu fördern und auch bei Massenentlassungen strikte auf die Einhaltung des Gleichstellungsgesetzes zu achten.

Die Studie zur Präsenz der Frauen in den Medien findet sich hier: Webseite

Bern. 27. Mai 2011

 

 

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