Ein erster kleiner Schritt: Wir fordern griffige Reformen und echte Mitbestimmung des Personals

Ein erster kleiner Schritt: Wir fordern griffige Reformen und echte Mitbestimmung des Personals

Das SSM – Schweizer Syndikat Medienschaffender – nimmt zur Kenntnis, dass der SRG-Verwaltungsrat einige personelle Entscheidungen getroffen hat in Folge der Berichte über sexuelle Belästigung und Mobbing bei RTS. Diese Massnahmen reichen aber nicht aus, um das Vertrauen der SRG-Mitarbeitenden in die SRG-Führung wiederherzustellen.

Das SSM fordert nun, dass das Personal künftig bei der Ernennung von Führungskräften mitbestimmen kann. Ebenso soll es in wichtige Entscheidungsprozesse frühzeitig miteinbezogen werden. Die Untersuchungsergebnisse und Massnahmen des SRG-Verwaltungsrates wurden von den SRG-Mitarbeitenden, dem SSM und der Öffentlichkeit mit grosser Spannung erwartet.

Das SSM nimmt, als Mitauftraggeber, eine anonymisierte und zusammengefasste Fassung des Untersuchungsberichts über die Verantwortungskette zur Kenntnis. Das SSM stellt heute in Frage, inwieweit seine Auslegung des Berichts mit den heute kommunizierten Entscheidungen des Verwaltungsrates übereinstimmen. Daher behält sich das SSM vor, den Bericht und die Situation gründlich und kritisch zu analysieren und dabei auch die Haltung des Personals miteinzubeziehen.

Das SSM sieht die Rolle des SRG-Direktors Gilles Marchand weiterhin als problematisch, weil er in mindestens einem Fall 2014 durch das SSM informiert worden war und nicht adäquat gehandelt hatte. Nach Bekanntwerden der Vorfälle erklärte er öffentlich, dass er nichts von den Vorfällen gewusst habe. Dies hat zu einem Vertrauensbruch beim Personal der SRG geführt.

Für das SSM steht im Vordergrund, Lösungen vorzuschlagen, um neue Krisen zu vermeiden. Daher verlangt das SSM die rasche Umsetzung von zwei strukturellen Massnahmen, die zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Führung unerlässlich sind. So sollen künftig die Mitarbeitenden bei der Ernennung von Führungskräften mitbestimmen können und die Mitarbeitenden sollen in Entscheidungsprozessen frühzeitig miteinbezogen werden. Echte Mitbestimmung hat den grossen Vorteil, die Legitimität von Führungsentscheidungen zu erhöhen und die Ergebnisse zu verbessern. Denn Undurchsichtige Prozesse und ein zu ausgeprägtes Top-Down-Management waren noch nie vertrauensfördernd. Das SSM sieht einen kulturellen Wandel mit den fast gleichen Schlüsselpersonen umzusetzen, als nicht zielführend und unglaubwürdig an. Das stellt auch der Untersuchungsbericht auf Seite 7 klar fest. Die durch die Enthüllungen der Zeitung „Le Temps“ vom 31. Oktober 2020 ausgelöste Krise hat eine regelrechte Bewegung ausgelöst. Das SSM verdankt die Zivilcourage und den Mut der vielen Mitarbeitenden, welche ihre negativen Erlebnisse öffentlich machten und somit den Stein ins Rollen brachten und damit die Untersuchungen darüber ermöglichten.

Das SSM erwartet nun mit grossem Interesse den auf Ende Juni angekündigten Bericht, welcher auf der Grundlage der 230 Zeugenaussagen vom beauftragten Anwaltskollektiv verfasst wird. Dies im Rahmen des Mandats zur Analyse über die Funktionsweise des Unternehmens.

 

 

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