Am 14. Juni 2026 stimmt die Schweizer Bevölkerung über die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)», auch als «Chaos-Initiative» bekannt, ab. Diese Initiative hat die Kündigung der bilateralen Verträge mit der Europäischen Union und somit der Personenfreizügigkeit zum Ziel, was die Löhne, Renten, Arbeitsplätze und den Service Public in der Schweiz gefährdet.
Denn: Wenn mit der Initiative die bestehenden Abkommen gekündigt werden, fällt auch der Lohnschutz in der Schweiz weg, den wir dank der flankierenden Massnahmen erreicht haben. Fehlende Kontrollen öffnen Tür und Tor für Lohndumping. Und die Löhne der einheimischen Arbeitnehmenden geraten dadurch massiv unter Druck.
Gleichzeitig führt die Abschottung zu mehr Teuerung. Höhere Preise und schwächerer Lohnschutz heisst: weniger Geld zum Leben. Die Initiative ist schlecht für die lohnabhängige Bevölkerung.
Diese extreme Initiative der SVP gefährdet beispielsweise auch eine funktionierende Gesundheitsversorgung. In der Schweiz wird rund die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte sowie über ein Drittel der diplomierten Pflegefachpersonen im Ausland ausgebildet. Mit der Initiative verschärft sich der Fachkräftemangel massiv. Der Brexit zeigt, wohin das führt: die Qualität sinkt, die Versorgungssicherheit gerät in Gefahr.
Mit der Initiative wird sich das Verhältnis von aktiven Berufstätigen und Rentnerinnen und Rentnern ändern. Dann werden wir rund zehn Prozent weniger Beitragszahlende, was zu massiven Finanzierungslücken in Milliardenhöhe für die AHV führt.
Bei den Pensionskassenrenten drohen Ausfälle von mehr als 2000 Franken pro Person und Jahr. Die Chaos-Initiative bringt grössere Anlagerisiken für die Kassen, die Renditen sinken und damit auch die Renten. Gleichzeitig steigen die Preise immer mehr und die Renten verlieren real zusätzlich an Wert.
Die SVP-Epondenten sehen die Schuld an den hohen Wohn- und Gesundheitskosten bei der Einwanderung. Wenn sich die SVP schon um die Sorgen der Menschen und der Familien in unserem Land kümmern will, übersteigende Krankenkassenprämien, explodierende Mieten und höhere Strompreise spricht, welche die Haushalte belasten, dann soll sie ihre Politik danach ausrichten, die echten Probleme der Menschen unseres Landes zu lösen. Dies tut die SVP aber in ihrer politischen Arbeit nachweislich nicht. Im Gegenteil.
Fakt ist: Mit einer Annahme dieser menschenverachtenden Initiative verlieren wir den Lohnschutz, verschlechtern die schon prekären Arbeitsbedingungen bei der Pflege und haben gefährliche Einbussen bei der Rente. Die Problematik der explodierenden Wohn- und Gesundheitskosten wird so auch nicht gelöst.
Unsicherheit ist Gift für die Wirtschaft und gefährdet die Arbeitsplätze in der Schweiz. Chaos droht! Deshalb Nein zur SVP-Chaos-Initiative.