Das HR der SRG begründet die Kündigungen der Sprechtrainer:innen mit einer Angleichung an die Westschweiz und dem Tessin, dort gibt es keine internen Sprech- und Auftrittstrainer. Doch die Situation bei SRF ist einzigartig: Im Gegensatz zu RTS und RSI treten viele Journalist:innen nicht in ihrer Alltags- oder Muttersprache ans Mikrofon, sondern in Hochdeutsch. Dass dieses spezifische Wissen extern zu einem günstigeren Preis eingekauft werden kann, ist vor diesem Hintergrund anzuzweifeln. Sprechausbildung und die Vermittlung von Auftrittskompetenz sind für die Arbeit am Mikrofon, vor der Kamera essenziell. Die altgedienten Trainer:innen kennen die spezifischen Bedürfnisse von Fernsehen, Radio und jungen Formaten für Drittplattformen. Gerade im Rahmen der Transformation sind ihre Fähigkeiten deshalb unersetzlich: Radiojournalist:innen müssen lernen, in TV-Duplexen aufzutreten, Fernsehkolleg:innen Radio-Moderationsgespräche zu führen, und für junge Zielgruppen werden «Acting-Reporter»-Rollen erlernt – alles Bereiche, die die Trainer:innen mit viel Know-how vermitteln können. In der Belegschaft ist das Unverständnis über den Entscheid und die Empörung über die Umsetzung der Sparmassnahme und den angeschlagenen „Ton“ gross. Zudem machen sich die Kolleg:innen sorgen über die Qualität.
In den Rückmeldungen aus der Belegschaft heisst es etwa: «Die Sprechtrainerinnen werden hörbar fehlen. Es sind die geschulten Stimmen und Auftritte, die uns von anderen Medienhäusern unterscheiden. Externes Coaching wird nicht billiger – es ist einfach ein anderes Kässeli.»
Das SSM fordert in dem Protestbrief die Rücknahme der Freistellungen und die Wiedereinstellung der Fachtrainer:innen.